Lexikon der Filmbegriffe

Tiefenkriterien: monokulare Tiefenkriterien

von griech.: monos = einfach; und lat.: oculus = Auge

Unter monokularen Tiefenkriterien werden jene cues zusammengefasst, die Informationen räumlicher Tiefe aus einem zweidimensionalen Bild liefern. Sie werden auch dann wirksam, wenn man nur mit einem Auge auf das Bild schaut. Unterschieden werden insgesamt sieben Hinweisreize: (1) Verdecken von Objekten; (2) relative Größe im Blickfeld; (3) relative Höhe im Blickfeld; (4) atmosphärische Perspektive; (5) gewohnte Größe von Gegenständen; (6) lineare Perspektive; (7) Texturgradient. Die meisten der Hinweise sind selbstevident – im Einzelnen: Was näher zum Betrachter ist, verdeckt das dahinterliegende (1); bei gleicher Größe der Objekte wirkt das näher liegende Objekt größer (2); je näher ein Objekt dem Horizont rückt, desto entfernter ist es (3); die Staubpartikel der Luft sorgen dafür, dass entferntere Objekte weniger scharf wirken als nähere (4); wenn der Betrachter weiß, dass zwei Objekte gleich groß sind, muss das kleinere entfernter sein (5); parallele Linien konvergieren, je weiter sie entfernt sind, so dass Eisenbahnschienen in weiter Entfernung zusammenzulaufen scheinen (6); Objekte, die in gleichem Abstand zueinander stehen, wirken in der Ferne dichter gepackt, so dass z.B. Rillen zwischen Bodenfliesen in einiger Entfernung viel schmaler als in der Nähe wirken (7). 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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