Lexikon der Filmbegriffe

retour aux sources

frz., wörtlich: zurück zu den Quellen; manchmal auch engl.: return to the source

In der Kritik werden Remakes, die sich bewusst von der Erstverfilmung absetzen wollen, indem sie sich explizit der literarischen oder stofflichen Vorlage zuwenden und sich dadurch auch von der vorhergehenden Verfilmung zu unterscheiden suchen, manchmal als Retour-aux-Sources-Filme bezeichnet. Ein vielgenanntes Beispiel ist Hugh Hudsons Greystoke: The Legend of Tarzan, Lord of the Apes (1984), der sich nach Dutzenden von Tarzan-Filmen auf die Roman-Vorlage von Edgar Rice Burroughs zurück-orientierte und die Tarzan-Figur als tragische Figur zwischen den Kulturen neu fasste. Auch Steven Soderberghs Neuadaption (2002) von Stanislaw Lems Solaris (als Roman zuerst erschienen 1968) gehört zu dieser Gruppe der Neuverfilmungen, der – nach Soderberghs Bekunden – keine Neuverfilmung von Andrei Tarkowskijs Solaris (1972) sein, sondern eine vollständig eigene Neuinterpretation leisten sollte. Ein vergleichbares Beispiel ist Tim Burtons Neufassung von Planet of the Apes (2001), der ganz andere Wege der Erzählung zu gehen versuchte als Franklin J. Schaffners klassische Verfilmung aus dem Jahre 1968. Manchmal spielen auch ökonomische Gründe eine Rolle, wenn ein Sequel nicht das Einspiel erbracht hat, wie es eigentlich erhofft wurde; ein Beispiel ist Batman Begins (2004), der nach dem Misserfolg von Batman & Robin (1997) das Batman-Markenzeichen als Zurück-zu-den-Quellen-Verfilmung neu und aktualisiert etablieren sollte, indem zu den ursprünglichen Stilistiken der Comic-Vorlage zurückgegangen wurde.


Artikel zuletzt geändert am 23.07.2011


Verfasser: JH


Zurück