Lexikon der Filmbegriffe

Martial-Arts-Filme

Slangbezeichnung: chop-socky

Bezeichnet Filme, deren Held eine der fernöstlichen Kampfkünste beherrscht (Karate, kick-boxing, Judo, Kung-Fu, Tai-Kwan-Do und ähnliches). Im Verlauf der Handlung muss von diesen Fertigkeiten Gebrauch gemacht werden, die Action-Szenen fußen oft auf komplizierten Choreografien. Manchmal werden die Gesetze der Schwerkraft zugunsten einer Dynamisierung des Visuellen außer Kraft gesetzt, wenn die Kämpfenden, sprunggewaltig und schwerelos, den Konflikt austragen. Der Held der martialischen Künste ist geistig und körperlich äußerst diszipliniert, auch in schwieriger Lage die erstrebenswerte spirituelle Einheit von Leib und Seele demonstrierend. Oft zeigen die Filme, wie lange und wie intensiv der Protagonist zur Erreichung dieses Ziels ausgebildet werden muß. Auch die Antagonisten beherrschen die Kampfkunst, sie haben aber nicht die Läuterung durch die oft klösterlich anmutende Ausbildungs- und Reifezeit erfahren.


Martial-Arts-Kino umfasst neben dem japanischen Samurai-Film, chinesischen Fechtkunst-Filmen (wu xia) und dem Kung-Fu-Kino auch eine eigene Tradition, in der historische Stoffe in epischer Breite abgehandelt werden. Die meisten Filme stammen aus Hongkong – das Genre wurde durch die Kung-Fu-Filme Bruce Lees in den frühen 1970er Jahren im Westen bekannt. Der erste Regisseur, der Mitte der 1970er Jahre Eingang in die Kunstfilm-Kinos fand, war King Hu. Außergewöhnlich erfolgreich waren die Martial-Arts-Slapstickiaden von Jackie Chan, die den Akteur weltweit bekannt machten. Crouching Tiger, Hidden Dragon (2000) – eine USA/Hongkong/China/Taiwan-Produktion des in Taiwan geborenen, in den USA lebenden Ang Lee – zeigte vor kurzem, dass der Martial-Arts-Film auch außerhalb Südostasiens produziert und erfolgreich vermarktet werden kann; der Film erhielt vier Oscars. Schon seit Mitte der 1990er-Jahre wurden nicht nur die Hongkong-Filme, sondern auch deren bekannteste Protagonisten von Hollywood vermarktet: John Woo, Jet Lee, Chow Yun Fat waren in Hongkong längst Superstars gewesen, bevor sie den Weg über den Pazifik fanden.

Literatur: Mintz, Marilyn D.: Martial arts films. London: Yoseloff / New York: Barnes 1983. – Meyers, Ric: Freat martial arts movies. From Bruce Lee to Jackie Chan ... and more. New York: Citadel Press Books 2001. – Umard, Ralph: Film ohne Grenzen. Das neue Hongkong Kino. Lappersdorf: Kerschensteiner Verlag 1996.

Referenzen:

Bruceploitation

jianghu

Kung-Fu-Filme

Ninja-Film

Samuraifilm

wu xia pien


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: TB JH


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