Lexikon der Filmbegriffe

romantische Komödie

egl.: romantic comedy; auch verkürzt als: romcom; da romantic comedies insbesondere bei einem weiblichen Publikum Anklang finden, werden sie seit den 1980ern manchmal auch chick flicks genannt

Romantic comedies
zählen in der internationalen Filmgeschichte zu den traditionell populärsten (Sub-)Genres. Sieht man vom grundsätzlichen Problem bei der Fixierung von Genremerkmalen ab, zeichnen sie sich – wie der Name bereits deutlich werden lässt – dadurch aus, dass romantische Beziehungen und damit verbundene dramatische Verwicklungen und Hindernisse im Mittelpunkt der Erzählung stehen, die jedoch weniger ernsthaft-melodramatisch, sondern auf ‚heitere‘ und komische Weise dargeboten werden. Als Schlüsselkriterium, nicht zuletzt um romantische Komödien etwa vom Melodrama abzugrenzen, gilt entsprechend das happy ending.
Mit einiger Berechtigung kann man romantische Komödien nicht nur aufgrund ihrer in inhaltlich-formaler Hinsicht relativ stabilen Merkmale, sondern insbesondere wegen ihrer ideologischen Implikationen als konservatives Genre bezeichnen. Dazu gehört die typische Fixierung auf die heterosexuelle/heteronormative Beziehung von Mann und Frau sowie – damit eng verbunden – die Fokussierung auf das bürgerlich-romantische, idealistisch-ideologische Konzept der ‚wahren Liebe‘ und des füreinander bestimmten Paares (wie in You’ve Got Mail 1998, Nora Ephron, oder in Serendipity, 2001, Peter Chelsom). Dieses Muster zeigt sich auch bei einer besonderen Variante der romantischen Komödie, die insbesondere im Hollywoodkino der 1930er Jahre populär war: der sogenannten screwball comedy (die bekannteste ist wohl Bringing Up Baby USA 1938, Howard Hawks).
Allgemeine (post-)moderne Entwicklungen der populärkulturellen Hybridisierung, Ausdifferenzierung und ‚Dekonstruktion‘ lassen sich auch bei romantic comedies erkennen, wie beispielsweise Lone Scherfigs (Dogma-)Film Italiensk for begyndere (Dänemark 2000) illustriert. Als frühe radikale und selbstreflexive Spielart des Genres gilt schon Woody Allens Film Annie Hall (1977).

Literatur: Glasenapp, Jörn / Lillge, Claudia (Hrsg.): Die Filmkomödie der Gegenwart. Paderborn: Fink 2008. – McDonald, Tamar Jeffers: Romantic Comedy: Boy Meets Girl Meets Genre. London: Wallflower 2007. – King, Geoff: Film Comedy. London: Wallflower 2002.

Referenzen:

baxter

corporate comedy

Ehekomödie

romantic comedy

Pygmalion-Motiv

romantic comedy

romantic team


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: AJS


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