Lexikon der Filmbegriffe

Miramax Films

Harvey Weinstein und sein Kommilitone Horace „Corky“ Burger veranstalteten 1972 ein erfolgreiches Stephen-Stills-Konzert und gründeten die Harvey & Corky Productions, die in der Musikszene von Buffalo schnell zu einer ersten Adresse wurden. Zusammen mit Harvey Weinsteins Bruder Bob als drittem Partner nahm die Miramax Films Gestalt an, die 1979 in Buffalo ihre Arbeit aufnahm. Der Name ist ein Kunstwort aus den Namen der Weinstein-Eltern Miriam und Max. Die Firma ist seitdem gewachsen, hat sich verändert. Aber das Engagement vor allem der Weinsteins, mit der Arbeit von Miramax die künstlerischen Möglichkeiten des Films immer wieder auszuloten und zu erweitern, ist bis heute Programm geblieben. Neben dem Verleih von ambitionierten, experimentellen und oft auch provokativen Filmen der unabhängigen Produktion (independents) oder ausländischer Herkunft hat Miramax auch die Produktion einer ganzen Reihe unkonventioneller, künstlerisch oder weltanschaulich ambitionierter Projekte übernommen. Die Brüder Weinstein sind bis heute mit der Produktion, der Gestaltung und dem Marketing von Filmen befasst und sind nach wie vor diejenigen, die darüber entscheiden, welche Projekte Miramax umsetzt. Die Firma wurde 1993 von Disney aufgekauft und firmiert seitdem als deren eigenständige Tochter.
Zu den Filmen, die von Miramax betreut worden sind, gehören Nuovo Cinema Paradiso (1988), My Left Foot (1989), Sex, Lies, and Videotape (1989), Como agua para chocolat (1992), The Crying Game (1992), The Piano (1993), Il Postino (1994), Pulp Fiction (1994), Cry the Beloved Country (1995), The English Patient (1996), Trainspotting (1996), The Thin Blue Line (1997), Shakespeare in Love (1998) und The Cider House Rules (1999). Miramax bekam 148 Oscar-Nominierungen und gewann zwischen 1988 bis 2000 insgesamt 42 Oscars (Stand: 2000).

Literatur: Biskind, Peter: Down and dirty pictures. Miramax, Sundance, and the rise of independent film. New York, NY: Simon & Schuster 2004. Repr. 2005.

Referenzen:

Dimension Films

Weinstein Company


Artikel zuletzt geändert am 08.02.2012


Verfasser: JH


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