Lexikon der Filmbegriffe

Pacent Sound System

Der Radio-Ingenieur Louis Gerard Pacent stellte um 1928 ein eigenes Nadeltonverfahren vor, das in diversen Belangen leistungsfähiger war als das Vitaphone-Verfahren, weil es z.B. auf Batterien zum Betreib der Lautsprecher verzichtete und stattdessen mit dynamischen Resonanzkörpern die Beschallung erreichte. Das monaurale Verfahren verwendete zwei Kanäle, die sich wechselseitig ersetzen konnten, wenn einmal einer ausfiel. Warner Bros. interessierte sich nicht nur wegen der technischen Vorzüge für das Verfahren, sondern auch wegen des Preises von 2.500 bis 3.500 US-$ für die Umrüstung eines Kinosaals (abhängig von der Größe), und empfahl den Vertragskinos die Umrüstung auf das Pacent-System. Technisch war es möglich, auch Vitaphone-Aufnahmen auf den Pacent-Spielern wiederzugeben, so dass Pacent um die 250 Maschinen pro Monat auszuliefern begann. Schnell wurde die Firma zum viertgrößten Tonfilm-Technikanbieter in den USA. AT&T, Western Electric und ERPI aber verweigerten die Zustimmung, Vitaphone-Aufnahmen auf den Pacent-Anlagen wiederzugeben, gingen gar gerichtlich gegen Pacent vor, sich auf den Schutz von Patenten aus den Jahren 1915-24 berufend, gegen den Pacent verstoßen habe. Außerdem strengte das Konsortium eine Klage gegen die Warner-Tochter Stanley Company an, um ihr die Montage von Pacent-Anlagen zu untersagen. Zwar konnte Pacent mit Unterstützung durch Warner Bros. mehrere Prozesse gewinnen, doch bedeutete ein Urteil von 1932 das Aus für das Tonfilm-Engagement der Firma.  


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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