Lexikon der Filmbegriffe

Pantomime

Das Wort Pantomime (griech. pantomimos = alles nachahmend, aus pan, panthos = alles und mimesthai = nachahmen) hat zwei Bedeutungen: Erstens bezeichnet es ein Bühnenstück, das ohne Worte, nur durch Gebärden, Mimik, Körperhaltungen und Bewegungen aufgeführt wird; zweitens benennt es den Künstler, der ohne den Einsatz der Sprache, nur mit Hilfe seines Körpers sich seinem Publikum verständlich macht.
In der Frühzeit der Kinematographie verglichen Journalisten und Autoren den stummen Film immer wieder mit der Pantomime, nannten ihn gar eine ‚Erweiterung‘ der Mimenkunst. Sie bedachten dabei nicht, dass der Mime freiwillig auf das gesprochen Wort verzichtet, der Kinematograph bis zur Einführung des Tonfilms aber aus technischen Gründen ‚schweigt‘, obwohl die Darsteller auf der Leinwand ausgiebig die Lippen bewegen. Theaterfachleute erkannten damals den Unterschied: Der Film gebe die Realität wieder, während die Pantomime nur so tue, in Wirklichkeit aber kunstfertig nachgestelltes Leben zeige.

Literatur: Lenk, Sabine: Théâtre contre cinéma. Die Diskussion um Kino und Theater vor dem Ersten Weltkrieg in Frankreich. Münster: MAkS Publikationen 1989, Kap. 6.

Referenzen:

dumbshow

Photopantomime


Artikel zuletzt geändert am 24.08.2014


Verfasser: SL


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