Lexikon der Filmbegriffe

Particell

von ital.: particella = Teilchen; engl.: condensed score

Unter Particell versteht man den notierten Entwurf eines Musikstücks, der nicht als fertige Partitur aufgeschrieben ist, sondern als eine Art Entwurfsform in einigen wenigen Notenskizzen die Verteilung der Stimmen skizziert. In den einzelnen Skizzen werden Anmerkungen zur späteren Ausführung gemacht, anhand derer die endgültige Instrumentation vorgenommen werden kann, die dann in der Partitur notiert wird. Auch ein erweiterter Klavierauszug, bei dem einzelne signifikante Orchesterstimmen in einem oder mehreren Extra-Systemen notiert sind, wird Particell genannt. Oft dienen die einzelnen Schichten („Systeme“) eines Particell dazu, verschiedene Ebenen der Stücke nebeneinander zu notieren (etwa: Melodieführung und Bewegtheit, harmonische Teile und Übergänge, Basslinien).
Im Film ist die Arbeit mit Particelli weit verbreitet – der Filmkomponist erstellt ein Particell mit den Melodien und mehr oder minder detaillierten Anweisungen zur Instrumentierung, die wiederum von Arrangeuren resp. Orchestratoren zu einer Partitur ausgearbeitet werden (wenngleich manche Komponisten wie Ennio Morricone und James Horner die Orchestrierung selbst vornehmen). Manchmal wird auch mit dem Particell als „reduzierter Partitur“ gearbeitet (wie etwa Peter Thomas, der bei kleinen Ensembles auf die Orchestrierung verzichtete).

Referenzen:

Hummer


Artikel zuletzt geändert am 25.07.2011


Verfasser: W AS


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