Lexikon der Filmbegriffe

phonoscènes

dt. etwa: „tönende Szenen“; vergleichbar den Messterschen Tonbildern

Die phonosènes waren kurze Tonfilme, die meist populäre Lieder oder Opernarien darboten. Sie waren fast immer in einer Einstellung durchgedreht. Der Ton kam als Nadelton von Tonwalzen und wohl auch von Grammophonen separat dazu. Das Patent für die Phonoscène-Darbietungen hatte Gaumont 1902 (unter der Bezeichnung Chronophone) angemeldet. Es wurden wohl mehrere Hundert derartige Kurzfilme realisiert, von denen die meisten heute verloren sind. Die letzten Phonoscènes entstanden 1911 (zu den letzten gehörten Carmen : air du Toréador, 1910, 4’18", und La Légende du roi Gambrinus, 1911, 5’16"). Zu den bekanntesten Regisseuren gehörte Alice Guy, die Produktionsleiterin von Gaumont, die zwischen 1902 und 1906 mehr als hundert Phonoscènes mit den Stars der Pariser Oper aufnahm.

Literatur: McBane, Barbara: Imagining Sound in the Solax Films of Alice Guy Blache: Canned Harmony (1912) and Burstop Holmes’ Murder Case (1913). In: Film History 18,2, 2006, S. 185-195.

Referenzen:

Chronophon

Tonbild (1)

Tonbild (2)


Artikel zuletzt geändert am 10.02.2012


Verfasser: JH


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