Lexikon der Filmbegriffe

previsualization


auch: pre‑vis, pre vis, pre viz, pre‑viz, previs; oft äquivalent zu: Animatics; dt. selten: Prävisualisierung

Als previsualization wird eine Technik bezeichnet, bei der digitale Videoaufzeichnungen und Computergraphik-Programme bei der Planung von Dreharbeiten eingesetzt werden. Heute werden meist Rechnersimulationen (oft in 3D-Auflösung) eingesetzt, um insbesondere Rohfassungen von Einstellungen in einer komplexen Filmsequenz herzustellen (einschließlich der visuellen Effekte und der Stunts). Das Ergebnis kann als Filmsequenz realisiert werden und vorläufige Musik sowie Rohdialoge enthalten, gleichgültig, wie schemenhaft das previz realisiert ist (von schematischen Darstellungen bis zur Auflösung einfacher Computerspiele).
Vorformen waren Puppenanimationen, wie sie etwa Dennis Muren (von der SFX-Firma Industrial Light and Magic) für eine Motorrad-Verfolgungsjagd-Szene in dem Film  Return of the Jedi (1983) mit einer Video-Kleinkamera anfertigte. Die ersten rechnergestützten Prävisualisierungen entstanden wohl unter Leitung von Colin Green bei der Vorbereitung des Films Judge Dread (1992). Perfektioniert wurden die Verfahren wiederum durch Industrial Light and Magic für Steven Spielbergs Jurassic Park (1993), für den einzelne Sequenzen simuliert wurden. Damit hielt das previz Einzug in das Film-Design; bereits 1995 entwarfen der Photoshop-Erfinder John Knoll und der Künstler David Dozoretz ganze Szenen für Mission: Impossible (1996). Das previz wurde schnell zum Teil der gestalterischen Planung ganzer Filme und wird heute meist mit dem Regisseur abgestimmt. Filme wie die Matrix- (1999-2003) oder die Lord-of-the-Rings-Trilogie (2001-03) wären ohne ausgefeilte Vorvisualisierungen nicht denkbar.


Referenzen:

Animatic

story reel


Artikel zuletzt geändert am 18.02.2013


Verfasser: JH


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