Lexikon der Filmbegriffe

Bamforth Company

auch: Bamforth, Bamforth & Company

Schon in der Zeit vor dem Film von James Bamforth in Holmfirth, West Yorkshire, 1883 gegründet, erwarb die Firma schnell einen guten Ruf als Hersteller von Bildpostkarten, Kalendern und Laterna-Magica-Dias. Wohl 1898 begann Bamforth – unterstützt von den Riley-Brüdern aus Bradfrod, die bereits seit 1896 Filme machten –, One-Reeler-Filme zu drehen (meist Komödien), die unter dem Label RAB Films (wahrscheinlich = Riley and Bamforth) vertrieben wurden. Stilistisch sind diese Filme deutlich beeinflusst von den Formen der Inszenierung statischer Tableaus für Postkarten und Dias. Zu den Filmen dieser Zeit gehörten Weary Willie (1898),The Tramp and the Baby‘s Bottle (1899),The Kiss in the Tunnel (1899; gleichzeitig entstand in Brighton ein anderer Film gleichen Inhalts und Titels, Regie: G.A. Smith) oder auch Lover Kisses Husband (1900). Bamforth arbeitete ab 1900 alleine weiter, beschloss aber noch im gleichen Jahr, die Filmproduktion einzustellen und sich ganz auf das internationale Postkarten-Geschäft zu konzentrieren.
1913 – vielleicht angeregt durch die zunehmende Popularität des Kinos – nahm er die Filmarbeit aber wieder auf. Eine bekannte Comedy-Figur Bamforths war „Scottie“ (gespielt von Alf Scott gen. „Scottie“; seine Frau Lily Ward war der bedeutendste Star des Studios). Den Vertrieb der Filme hatte Yorkshire Cines Co. übernommen. Zu den Filmen dieser Zeit gehörten die bizarre Komödie Finding His Counterpart (1913), The Mighty Atom (1914), The Mystic Glove (1914) und Scottie and the Frogs (1915). 1914 begann die wohl erfolgreichste Serie der Firma – annähernd 50 Filme erzählten komische Geschichten um die Hauptfigur Winky (gespielt von dem Music-Hall-Star Reginald Switz). Einige der Filmtitel: Winky and the ‚Dwarf‘ (1914), Winky's Weekend (1914) und Winky's Rose (1914). Bamforth genoss ein so hohes Ansehen, dass die Firma sogar als „British Hollywood“ des englischen Stummfilms bezeichnet wurde.
Bedingt durch den Weltkrieg gab Bamforth die Filmproduktion im Oktober 1915 auf, die Abteilung wurde von der Holmfirth Producing Company übernommen. Als Postkartenproduzent überlebte die Firma bis in die 1990er.

Literatur: Barnes, John: The beginnings of the cinema in England. 1894-1901. 4. Exeter: University of Exeter Press 1996. - Brown, Richard: Film and Postcards. Cross Media Symbiosis in Early Bamforth Films. In: Vanessa Toulmin and Simon Popple (eds.): Visual Delights – two: Exhibition and Reception. Eastleigh: John Libbey 2005. – Sutherland, Allan T.: The Yorkshire Pioneers. In: Sight and Sound 46,1, 1977, S. 48-51.


Artikel zuletzt geändert am 26.07.2011


Verfasser: JH


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