Lexikon der Filmbegriffe

Profil

von ital. profilo = Seitenansicht

Profil bezeichnet allgemein einen Längsschnitt oder einen Umriss. Dem Profil wird in der Porträtdarstellung des menschlichen Gesichtes und Körpers eine große individuelle Signifikanz zugeschrieben und ist darum als reine Profilzeichnung im Scherenschnitt, aber auch in manchen Arten der Zeichnung ebenso prägnante wie prominente Darstellungsform des oder der Dargestellten. In der Porträtkunst im weiteren Sinne werden Gesichter vor allem in Frontal- oder Seitenansicht dargestellt (meist frz. en face oder en profil, letzteres manchmal auch als Ganzprofil). Als Viertel-, Halb- oder Dreiviertelprofil bezeichnet man die Stellung zwischen den beiden Extrempositionen abhängig vom Winkel der Drehung. Erfolgt eine halbe Drehung vom Betrachter weg in die Tiefe des Bildraums hinein und entsteht eine halbe Rückansicht, spricht man vom verlorenen Profil. Im Film sind die Extrempositionen selten. Durch das für viele Genres geltende Verbot des Blicks in die Kamera und die Konvention der Schuss-Gegenschuss-Auflösung sind die meisten Gesichter zwischen Frontal- und Seitenansicht lokalisiert. Das verlorene Profil, das den Akteur von der vierten Wand abwendet und ihn gegen den Blick des Zuschauers abschirmt, wird vor allem als Ausdrucksgeste der Trauer eingesetzt.


Artikel zuletzt geändert am 27.07.2011


Verfasser: HJW


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