Lexikon der Filmbegriffe

Propmaker

prop: Kurzform von: property = Objekt; dt. etwa: speziell hergestellte Requisiten; oft auch allgemein: Dekorationsmaterial, Requisiten

Propmaking
ist ein Handwerk, das im Rahmen von Film- und Fernsehproduktionen ausgeübt wird und sich von der Tätigkeit eines Prop Masters, Art Directors or Production Designers wesentlich unterscheidet. Mithilfe einer recht begrenzten Zahl von Materialien, Techniken und Werkzeugen stellt der Propmaker alle Requisiten her, die nicht gekauft oder geliehen werden können, und – sofern nötig – passt vorhandene an. In der Regel werden bei actor props jeweils mindestens drei Kopien eines Artefakts angefertigt, um Problemen des Verlusts oder funktionellen Versagens auszuweichen, und im Herstellungsprozess durchlaufen komplexere Artefakte (wie Pistolen) auch eine Reihe von Versionen, bis die dem Look des Films am besten geeignete gefunden ist. Props werden nach dem Gebrauch am Set von der Produktion archiviert (oder entsorgt); oft gehen sie auch ins Portfolio eines Propmasters über, der damit für seine Dienste wirbt; schließlich dienen Props einer komplexen Ökonomie von Folgenutzungen, die den Verleih ebenso wie den Verkauf auf eBay umfassen kann.
Propmaking gilt als eine ausführende Tätigkeit. Sie ist im System der Produktionshierarchien „below the line“ angesiedelt, also im Budgetschema kommerzieller Filmprojekte als eine nicht-kreative institutionalisiert, die gegenüber den dominanten Entscheidungsfunktionen von Regie oder Buch randständig bleibt. Entsprechend gibt es in Deutschland für Propmaker keine eigene Gewerkschaftsvertretung und nicht einmal eine eigene Berufsbezeichnung, zumal Innen- oder Außenrequisite wiederum andere Tätigkeitsbereiche bezeichnen. Doch selbst wenn andere dem Propmaker Ideen oder Designs vorgeben, plant und realisiert er Props unabhängig und in autonom organisierten Workshops, und oftmals ohne detaillierte Anweisungen von Grund auf.
Während Propmaking in Hollywood meist innerhalb von kleinen Familienbetrieben betrieben wird, arbeiten Propmaker in Europa in semipermanenten Projektnerzwerken von Freiberuflern, die meist noch anderen Berufen nachgehen. Nur große, kommerzielle Spielfilmproduktionen haben indes genug Kapitalvolumen, um die aufwendige, oftmals wochenlange Arbeit an einzelnen Artefakten zu gestatten.

Referenzen:

Requisitenhersteller


Artikel zuletzt geändert am 10.02.2012


Verfasser: PV


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