Lexikon der Filmbegriffe

Bristolphone

gelegentlich auch: Sonora-Bristolphone

Der amerikanische Erfinder und Geschäftsmann William Henry Bristol entwickelte 1915 das Bristolphone, ein Verfahren, mit dem er gleichzeitig mit dem Film Stimmen und andere Geräusche aufnehmen konnte. Bristol gründete die William H. Bristol Talking Picture Corporation, mit der er „synchronized talking motion pictures“ herstellen wollte. Tatsächlich realisierte er einen der ersten Ton-Langfilme. Das Bristolphone-Verfahren war ein Nadeltonverfahren, das in mehr als 100 US-Kinos eingebaut wurde. Bristol entwickelte und baute Lautsprecher, Verstärker, zudem Radios und phonografische Aufnahmegeräte. 1927 galt Bristolphone als eines der Nachahmungssysteme des erfolgreichen Vitaphone-Systems. Im Oktober 1927 begannen die Bristol Machine Works (Waterbury, Conn.) mit der Entwicklung eines eigenen Sprechfilm-Verfahrens. Zwar wurden in der im Oktober 1928 geschlossenen Korporation mit der Gotham Film Company mehr als 50 Kurz- und 20 Langfilme für die kommende Saison angekündigt, doch wurden nur äußerst wenige Filme (unter ihnen der Henry Ford gewidmete Mary‘s Little Lamb, 1927, James Fitzpatrick, und The River Woman, 1928, Joseph Henabery) auch realisiert. Allerdings konnte sich die Firma nicht gegen die Verstärker-Patente der Western Electric und die Musikrechte, die Warner Bros. im großen Stil aufgekauft hatten, durchsetzen, und meldete 1929 Konkurs an.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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