Lexikon der Filmbegriffe

British National Studios

Als die Neptune Films 1914 in der Nähe von Elstree im Boreham Wood das erste „dunkle Studio“ Europas, das auf ein Glasdach verzichtete und die Beleuchtung ganz der Elektrizität überließ, begann die Geschichte eines der ältesten noch arbeitenden Filmstudios der Welt. Es wurde nach dem Weltkrieg 1921 geschlossen, nahm aber bald die Arbeit wieder auf. 1928 wurde es als eines der letzten auf Tonfilmaufnahmen umgestellt, was erneut zu erheblichen Umsatzeinbrüchen führte. Ludwig Blattner, ein Toningenieur hatte das Studio 1938 übernommen; nach seinem Selbstmord 1935 trat der amerikanische Produzent Joe Rock an seine Stelle. In dieser Zeit erfolgte der Ausbau auf vier Tonbühnen und auf einen langen Korridor. In den frühen 1940ern wurden die Rock-Studios von John Maxwells Associated British Picture Corporation (ABPC) übernommen und in British National Studios umbenannt. Die Geschäfte in den 1940ern gingen schlecht, bis Douglas Fairbanks Jr. 1952 die Studios kaufte (und sie wiederum in National Studios umbenannte). Es begannen eine ganze Reihe von Aufnahmen für die US-Fernsehgesellschaft NBC; zudem ließ die Fernsehproduktion der Associated British Corporation ihre Filme zumeist hier realisieren, verwertete (als Associated-Rediffusion) von 1955 an auch wohl amerikanische Produktionen in der Reihe Douglas Fairbanks Presents. Trotz der guten Auslastung wurde das Studio 1958 von Fairbanks an Lew Grades Associated TeleVision (ATV) verkauft, die die Studios in den frühen 1960ern in reine Fernsehbühnen umbauten. Bis 1983 blieben die Studios im Besitz der ATV; erst im Rahmen der Umstrukturierung des Privatrundfunks verkaufte ATV die Studios an die BBC, die sie seitdem betreibt (und ein aus den 1930ern stammendes Gebäude „Fairbanks“ nannte).


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


Zurück