Lexikon der Filmbegriffe

Malerei

Visuelle Kunstform, die in verschiedenster Weise filmisch verarbeitet werden kann. (1) Zum einen kann ein malerisches Werk, die Bedingungen seiner Produktion und öffentlichen Wahrnehmung Gegenstand von Biopics oder Doku-Porträts sein, die auf der Biografie realhistorischer bildender Künstlergestalten beruhen bzw. deren Arbeit dokumentieren. (2) Zum anderen tritt das Thema im Künstler- und Künstlerinnenfilm auf und kann sich auf fiktive Maler-Figuren beziehen. (3) Indirekter, wenngleich filmästhetisch bedeutsam, ist der Bezug von Film und Malerei dann, wenn Filmemacher sich in der Bildkomposition oder der Gestaltung von Licht und Farbe an malerischen Vorbildern orientieren. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Regisseure zugleich Maler sind und über ein an der klassischen Malerei geschultes Bildgedächtnis verfügen, zu dem sie vielfältige intermediale Bezüge in ihrer Filmarbeit, z.B. als Anspielung, Zitat, Kontrafaktur, Neukontextualisierung etc. herstellen. (4) Ein Bezug zur Malerei findet sich häufig auch im Ausstattungs- und Kostümfilm, wo Gemälde schlicht als Bildquellen für die Inszenierung, zur Erzielung eines historisierenden looks dienen. (5) In den Experimentalfilm-Gattungen oder im Animationsfilm ist die Malerei schließlich eine Technik, die mit gefilmten Passagen kombiniert wird, d.h. es wird direkt auf den Träger gemalt, Gefilmtes übermalt oder koloriert oder aber Gemaltes animiert.

Beispiele: Drowning by Numbers (Großbritannien 1988, Peter Greenaway); Vincent and Theo (USA 1989, Robert Altman); Bilder einer Ausstellung (Österreich/BRD 1996, Ulrich Seidl).

Referenzen:

Malerei und Film


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: UK


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