Lexikon der Filmbegriffe

BEFLIX

Akronymes Kofferword für Bell flicks(„Bell-Filme“ bzw. „Bell-Kino“), die 1963 wohl erste speziell für Zwecke der Computeranimation entwickelte Programmiersprache, die gegenüber den Umständlichkeiten des damals weithin gebräuchlichen FORTRAN erhebliche Vorteile für die Programmierung von Computergrafik bot. Autor ist Kenneth C. Knowlton (*1931), damals in den Bell Laboratories, Murray Hill, New Jersey, tätig. BEFLIX konnte in dem "Stromberg- Carlson 4020"-Aufzeichnungs- und Belichtungsgerät (einer ca. $200.000 teuren Maschine) eine Standardbildfläche von bis zu 252x184 Rasterung von Kleinstquadraten ansprechen, Belichtung und Filmtransport steuern. Knowlton gelang es durch ein raffiniertes Verfahren, Hell-Dunkel-Werte über Mosaikstrukturen zu programmieren und so Unzulänglichkeiten der Maschine, die nur zwei Lichtintensitätsgrade kannte, zu umgehen.
Bei Bell wurden mit BEFLIX dutzende Computerfilme hergestellt. Unter den Mitarbeitern waren oder sind neben Ken Knowlton selbst noch weitere bekannte Computerfilm-Künstler wie (u.a.) Michael A. Noll, Lillian Schwartz, Stan VanDerBeek und Edward Zajac. In Deutschland experimentierte u.a. Frieder Nake mit dem Programm.

Literatur: Heidsieck, Arnold: "Filmsprachen" für den Computer. In: Sprache im technischen Zeitalter 27, 1968, S. 256-259.
 

Referenzen:

Computerfilm I: Produktionsweisen

Computerfilm II: künstlerische Anwendungen


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: LK


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