Lexikon der Filmbegriffe

cadrage

von frz.: cadre = Rahmen

Cadrage bezeichnet die Festlegung eines Bildausschnittes aus einem größeren Raumkontinuum durch einen entsprechenden „Bildrahmen“. Das abgebildete Geschehen wird auf allen Ebenen (Personen, Requisiten, Kulissen, Handlungen) aus dem Umfeld herausgelöst, dabei gleichzeitig als visuelle Komposition gestaltet. Zum Bildrahmen gehört die Festlegung eines Seitenverhältnisses und unter Umständen die Wahl einer Bildmaske oder einer Vignettierung. Dadurch wird der Bildraum aufgeteilt, das Licht festgelegt und die Umwandlung des dreidimensionalen vorfilmischen Raums in seine zweidimensionale filmische Darstellung und damit das Verhältnis zwischen den Raum-Tiefeninformationen und den planimetrischen Qualitäten des Bildes kontrolliert. In der Regel sind die relevanten Elemente zentrierter angeordnet als die irrelevanten, es gibt aber Filme, die diese stillschweigend angewendete Regel unterlaufen und relevante Elemente des Bildes in der Peripherie zeigen (wie z.B. Mademoiselle, 1965, Tony Richardson). Man unterscheidet oft geschlossene und offene Kompositionen, wobei erstere Szenarien bezeichnen, die gegenüber dem Kontext vollständig und abgeschlossen sind, wohingegen letztere unvollständig und in das Nicht-Dargestellte der Szene (das off screen) geöffnet zu sein scheinen. Manchmal wird im gleichen Bild nicht nur eine Szene kadriert, sondern noch eine zweite (man spricht manchmal von co-cadrage).


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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