Lexikon der Filmbegriffe

Mediaforschung

meist als Einheit von: Media- und Marktforschung; auch: Werbeträgerforschung, Mediaanalyse

Mediaforschung – eine Teildisziplin der Kommunikationsforschung – recherchiert den Umfang möglicher und erreichter Adressatengruppen (Reichweitenforschung), die soziodemographische Zusammensetzung von Medien-Publika, Mediennutzungsgewohnheiten, nicht zuletzt wirkungsrelevante Merkmale von Medien-Texten, also alle Daten, die zur Planung von Werbemaßnahmen (Mediaplanung) nützlich sind. Meist wird zwischen „redaktioneller Publikumsforschung“ (durch die Fernsehanstalten) und der „Werbeträgerforschung“ (durch die Werbeindustrie, aber auch die privatwirtschaftliche Fernsehindustrie). Aussagen der Mediaforschung lassen keine Aussagen über die Wirkung von Medieninhalten zu.
Zu den wichtigsten Strategien der Kino-Mediaforschung gehören Test-Vorführungen, Fragebögen, Gruppendiskussionen. Die Filmförderungsanstalt (FFA) ist in der BRD die zentrale Institution, die die Kinobesucherzahlen sammelt und auswertet. Durch Abgleich mit dem GfK-Konsumentenpanel werden Trends (Genrebevorzugung, Demographie des Gesamtpublikums und spezifischer Adressatengruppen, Zielgruppenforschung, Entwicklung der Eintrittspreise u.a.m.) berechnet, die für die Produktionsplanung von Bedeutung sein können. Zudem erhebt die Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO) regelmäßig Zuschauerdaten, die der Filmwirtschaft zur Verfügung stehen.
Neben spezifischeren, oft qualitativen Techniken der Publikumsforschung ist die Fernsehzuschauerforschung das wichtigste Instrument der Fernseh-Mediaforschung in Deutschland, bei der Daten zum Einschalt- und Sehverhalten seit 1963 elektronisch erhoben werden. In Deutschland gibt es mehrere Forschungsgemeinschaften der Mediaforschungs-Institute (die wichtigsten: ag.ma. = Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse, AGF = Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung, AGOF = Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung e.V.).

Literatur: Keil, Klaus / Milke, Felicitas: Demografie und Filmwirtschaft. Studie zum demografischen Wandel und seinen Auswirkungen auf Kinopublikum und Filminhalte in Deutschland. Berlin: Vistas 2007. – Meyen, Michael: Mediennutzung. Mediaforschung, Medienfunktionen, Nutzungsmuster. 2., überarb. Aufl Konstanz : UVK 2004. Zuerst 2001. – Reetze, Jan: Gläserne Verbraucher. Markt- und Medienforschung unter der Lupe. Frankfurt: Fischer-Taschenbuch-Vlg. 1995. – Siegert, Gabriele: Marktmacht Medienforschung. Die Bedeutung der empirischen Medien- und Publikumsforschung im Medienwettbewerbssystem. München: Reinhard Fischer 1993 (Medien-Skripten. 15.).


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HHM


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