Lexikon der Filmbegriffe

Computerfilm I: Produktionsweisen

Resultat von Verfahren zur elektronischen Filmsynthese. Der eng mit der Computergrafik verwandte Computerfilm setzt im Sinne einer generativen Ästhetik programmierbare „einfache Formen“ (Linien, Rechtecke, Kurven, Kreise) ein, auf die bestimmte Operationen (Instruktionen, Deklarationen) angewandt werden, die schließlich Bewegungsillusion und Rhythmik vermittelnde geometrische Komplikationen und Figurentransformationen erzeugen. Die Schirmbilder werden mit geeigneten automatisierten Verfahren als filmische Einzelbilder abfotografiert und wie Filme aufbereitet. Schon wegen seiner mathematischen Grundkomponenten vermittelt der Computerfilm einen vorwiegend abstrakten Eindruck.
Eine außerkünstlerische Anwendung des Computerfilms war und ist die dynamische Visualisierung und Simulation berechenbarer (und also programmierbarer) Vorgänge und Ereignisse in (naturwissenschaftlicher) Forschung und Technik sowie der Einsatz als relativ kostengünstiger Lehr- und Demonstrationsfilm. Auf diesem Gebiet hat Lillian Schwartz Aufsehen erregende Arbeiten vorgelegt, in denen sie hohen wissenschaftlichen Nutzen mit künstlerischem Ausdruck zu verbinden weiß.
Ohne die grundlegenden programmiertechnischen Innovationen des frühen Computerfilms der 1960er Jahre (als Programmiersprache wurden FORTRAN und spezielle Programmderivate zur Herstellung von Filmen wie BEFLIX oder GRAF verwendet) sind die erstaunlichen Leistungen des modernen narrativen Animationsfilms und der Computeranimation für Zwecke des Spielfilms kaum vorstellbar. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: LK


Zurück