Lexikon der Filmbegriffe

Diorama I: Illusionsszenen

von griech. dia (= durch) und (h)órama (= Blick)

Bezeichnung für ein Verfahren, das der Maler Louis Jacques Mandé Daguerre (1787–1851) 1822 in Paris in Vervollkommnung der Guckkastentechnik vorgeführt hatte. Dazu wurden riesige, mit Hilfe der Camera Obscura erstellte Gemälde verwendet, die entweder von vorne oder von hinten beleuchtet werden konnten, so dass plötzliche oder auch gleitende Übergänge von Tages- zu Nachtlicht möglich waren. Das Bild bewegte sich zudem so am Zuschauer vorüber, dass dieser das Gefühl hatte, sich inmitten des Gezeigten zu befinden. Das Daguerresche Diorama öffnete 1822 an der Rue Samson. Die Leinwand war 22m breit und so hoch wie der Raum (14m). Die Show wurde mit großem Erfolg auch in England gezeigt. Allerdings war Daguerre anfangs der 1830er Jahre bankrott.
Eine Neuerung war das Pleorama. Der Zuschauer schien sich dabei in einer schaukelnden Barke zu befinden.
Eines der wichtigsten europäischen Dioramen war das der Gebrüder Gropius in Berlin. Es wurde am 29.10.1827 eröffnet und bot in der Größe von 20x13m bis zum 31.5.1850 Innenansichten von Kirchen, gigantische Reproduktionen von Bildern von Schinkel, darunter den Golf von Neapel, und dergleichen mehr. 

Literatur: Buddemeier, Heinz: Panorama, Diorama, Photographie. München: Fink 1970. – Gernsheim, Helmut / Allison, L. J. M. Daguerre: The History of the Diorama and the Daguerreotype. New York: Dover Publications 1968. – Wood, R. Derek: The Diorama in Great Britain in the 1820s. In: History of Photography 17,3, S. 284-295.
 

Referenzen:

Diorama II: Schaukästen

Guckkasten


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


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