Lexikon der Filmbegriffe

hummer

von engl.: hum = (störendes) Brummen, Dröhnen

Mit der höchst abfälligen Bezeichnung hummer werden solche Personen bezeichnet, die sich zwar selbst als „Komponisten“ bezeichnen, die aber tatsächlich unfähig sind, eine genau auf das Bild abgestimmte Komposition anzufertigen; insofern sind sie auf die Mitarbeit von anderen Komponisten, Arrangeuren und Toningenieuren angewiesen, die die eigentlich Anpassung von Musik und Bild herstellen. Ein hummer reklamiert aber die Rechte für die Komposition für sich selbst – ungeachtet der tatsächlichen Verantwortung und Leistung.
In der Praxis ist dieses Verhalten höchst selten. Zwar stammen die musikalischen Ideen gelegentlich von Nicht-Komponisten; doch werden in aller Regel die Komponisten, die die Ausarbeitung des Scores machen, auch in den Credits namentlich benannt. Ein bekanntes Beispiel für dieses Verfahren ist Mel Brooks, der z.B. für seinen Film The Producers (USA 2005) Melodien vorgab, die der Arrangeur Glen Kelly dann ausarbeitete und orchestrierte (Kelly zeichnete in den Credits für die „Original Music“ verantwortlich; Brooks ist unter den Musik-Credits nicht aufgeführt). Schon Charles Chaplin, der als Komponist der Musik zu seinem Film City Lights (USA 1931) gilt, sang die Melodien seinem Arrangeur Arthur Johnston vor, der aus diesem Grundmaterial die Orchestrierung des Scores vornahm; in den Credits zeichnete Chaplin für die „Original Music“, Johnston wurde als „Music Arranger“ aufgeführt.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: JH


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