Lexikon der Filmbegriffe

Kung-Fu-Filme

auch: Kungfu-Filme; über engl.: kung fu, von chines. gong fu = hart und sorgfältig arbeiten (von gong = Leistung, Fleiß + fu = Mann); Kung-Fu nennt man eine dem Karate ähnliche chinesische Form der Selbstverteidigung, insbesondere der Shaolin-Mönche; wesentlich philosophisch motiviert, verlangt Kung-Fu Charakterschulung und völlige Körperbeherrschung bei ständiger Übung

Im Bereich des Spielfilms wurden seit den späten 1950er Jahren Kung-Fu-Elemente in Hongkong-Produktionen der Shaw Brothers, der Golden Harvest Company u.a., in aufwändigen Choreographien historischer Stoffe, Westernadaptionen („Eastern“), Kriminal- und Bandenthematiken eingesetzt, wobei die für Martial Arts typische, scheinbare kinästhetische Überwindung der Schwerkraft dramaturgisch genutzt und geschickt inszeniert wurde. Früh wurden auch Frauen in tragenden Rollen besetzt (wie später dann Kara Hui Ying Hung): Er nu ying xiong chuan (The Adventure of the 13th Sister, 1959, Han Hsiang Li), Da zui xia (Das Schwert Der gelben Tigerin, 1966, King Hu), Jin yan zi (Golden Swallow, 1968, Chang Cheh). Mit der US-Serie The Green Hornet (1966-1967) und den daraus kompilierten Spielfilmen betritt der in Amerika geborene chinesische Kung-Fu-Kämpfer und Theoretiker Bruce Lee (1940-1973) in der Rolle des „Kato“ die internationale Bühne, um von nun an bis zu seinem frühen Tod (und darüber hinaus bis heute) das Genre zu beherrschen. Zu den Filmklassikern aus Hongkong mit (dem echten) Bruce Lee zählen Filme wie (The) Big Boss (Bruce Lee – Die Todesfaust des Cheng Li, 1971, Lo Wei), Fists of Fury (Bruce Lee – Todesgrüsse aus Shanghai, 1972, Lo Wei), Enter the Dragon (Bruce Lee - Der Mann mit der Todeskralle, USA 1973, Robert Clouse) und Game of Death (Bruce Lee – Mein letzter Kampf, 1973-77/78, Robert Clouse). Mit den Slapstick-Einlagen eines Jackie Chan neigte das Genre seit Mitte der 1970er Jahre immer mehr zur Komödie, während im Westen ehemalige Filmgegner Lees wie Chuck Norris und Adepten wie Cynthia Rothrock, Jean-Claude Van Damme oder Steven Seagal die Kampfkunst verbreiteten. Für westliche Vorstellungen vom Kung-Fu prägend wurde auch David Carradine als philosophierender Meister Kwai Chang Caine in der TV-Serie Kung Fu (USA 1972-1975). Bemerkenswerte Kung-Fu-Filme aus den letzten Jahren sind etwa Ong-bak (Thailand 2003, Prachya Pinkaew) und Kung Fu (China/Hongkong 2004, Stephen Chow).

Literatur: Hunt, Leon: Kung fu cult masters. London: Wallflower Press 2003. – West, David: Chasing dragons: an introduction to the martial arts film. London / New York: Tauris 2006.

Referenzen:

Bruceploitation

Eastern

Martial-Arts-Filme


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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