Lexikon der Filmbegriffe

Held

Ein Held (im engeren und formalen Sinne) ist ein positiv besetzter Protagonist mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten und Tugenden, der auch im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Weder alle Protagonisten noch alle Hauptfiguren sind Helden, aber der Held ist gleichzeitig Hauptfigur, Protagonist und das moralische Zentrum des Films.
Ein Held (in einem substantielleren Sinne) hat oft etwas Übermenschliches. Er ist eine Randfigur des Menschlichen. Er setzt die niederen Instinkte außer Kraft, überwindet das Allzumenschliche. Er ist eine grenzgängerische Figur, eine liminale Größe. Oft genug durchleidet er einen Durchgang, muss ein anderer werden. Das macht eine mythische Tendenz des Heldischen aus. Darum müssen auch die Gegenkräfte so mächtig sein: Die Aufgabe scheint nicht zu bewältigen zu sein; der Akteur muss über sich hinauswachsen, um sie zu lösen. Darum geht es in den neueren Anverwandlungen dieser Anforderung immer wieder um weltenbedrohende Gefahren und um Apokalypsenphantasien.

Literatur: Hans J. Wulff: Held und Antiheld, Prot- und Antagonist: Zur Texttheorie des Hel­dischen. In: Weltentwürfe in Literatur und Medien. Phanta­stische Wirklichkeiten – realistische Imaginationen. Fest­schrift für Marianne Wüns­ch. Hrsg. v. Hans Krah u. Claus-Michael Ort. Kiel: Ludwig 2002, S. 431-448.

Referenzen:

Antiheld

Einzelkämpfer

Hauptfigur


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JE


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