Lexikon der Filmbegriffe

Key Sound

dt. etwa: Schlüsselton; oft synonym mit „Klangobjekt“ verwendet

Das Konzept der Key Sounds wurde von Barbara Flückiger eingeführt. Sie versteht darunter einzelne Klänge, die eine symbolische Bedeutung durch den Film (Handlung) erhalten, und die sie darum „Klangobjekte“, weil sie isolierbar sind, eine Eigencharakteristik haben und erkennbar aus dem Ton-Environment herausfallen. Sie sind immer wahrnehmungsauffällig und nehmen gegenüber anderen Klängern eine privilegierte, erkennbar symbolträchtige Stellung ein. Sie stehen in aller Regel für sich selbst, begleiten unter Umständen besondere Szenarien (wie das Echolot in Wolfgang Persens Das Boot, BRD 1981) oder grundieren das Soundscape ganzer Filme (wie der unablässige Wind in Victor Sjöströms The Wind, USA 1928). Sie sind spezifische Klangerfindungen für den jeweiligen Film, der ihnen ihre spezifische Bedeutung zuschreibt. Sie werden oft schon in der Exposition eingeführt, werden in späteren Szenen wiederholt. Sie sind eng mit der Grundthematik des Films verbunden. Ein besonders eindringliches Beispiel ist das Geräusch (und manchmal auch Bild) einer Windharfe in Robert Altmans Images (Irland 1971), das von Beginn an die Geschichte begleitet; es handelt sich dabei um den hypnotisch-meditativen Klang der Klangskulpturen des japanischen Klangkünstlers Stomu Yamash-Ta, die die sukzessive Auflösung von Zeit und Kausalität – um die es in dem Film geht – in besonderer Präzision zum Ausdruck bringen. Ein anderes, von Flückiger eingehend diskutiertes Beispiel ist das Hubschraubergeräusch in Francis Ford Coppolas Apocalypse Now (USA 1979), das zu Beginn des Films eine große Rolle spielt, die in seinem Verlauf mit dem Zurücktreten der eigentlichen Kriegshandlungen immer mehr zurücktritt.

Literatur:  Flückiger, Barbara: Sound Design: Die virtuelle Klangwelt des Films. Marburg: Schüren 2007, S. 174-176.

Referenzen:

Klangobjekt


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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