Lexikon der Filmbegriffe

Konglomerat-Strukturen

Große Gesellschaften, die auf verschiedensten Gebieten produzieren, nennt man Konglomerate (conglomerates). Seit den frühen 1960er Jahren sind die Major-Studios nahezu vollständig in multinationale Konglomerate überführt worden. Angesichts der sinkenden Zuschauerzahlen und der nicht greifenden Strategie der superteuren Filme gerieten die Studios in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten, die sie übernahmefähig machten – die Liegenschaften, die Studios, die film stocks und Film-Rechte sowie das Knowhow, das sich in den Studios konzentrierte. bildeten einigen Wert. 1966 kaufte Gulf+Western Paramount auf – und erweiterte ein Konglomerat von Firmen, die Papier oder Zucker herstellten, zu dem Sportmannschaften und Videospiel-Entwickler oder auch metallverarbeitende Betriebe gehörten, um ein Filmstudio. 1967 kaufte der Lebensversicherer und Autofinanzierer Transamerica, Inc. die United Artists; 1981 verkaufte er sie an die MGM, die daraufhin die MGM/UA bildete. Kinney National Services kaufte 1969 Warner Bros., die sich – auf zukünftige Entwicklungen hindeutend – 1971 in Warner Communications umbenannten; Kinney vertrieb Kredite für Autos, war Beerdigungsausstatter, betrieb Parkhäuser und anderes mehr.
Eine neue Konzentration auf Kommunikation als Produktionssphäre deutete sich in den späten 1980er Jahren an. Als sollte die veränderte neue Zentralstellung der Filmproduktion unterstrichen werden, verkaufte Gulf+Western 1989 einige Firmenbereiche, um sich ganz auf Film, Fernsehen und Verlagsarbeit konzentrieren zu können, und benannte sich um in Paramount Communications, Inc. 1993 wiederum wurde der neubenannte Konzern von Viacom übernommen, einem international agierenden Kommunikationskonzern. 

Literatur: Balio, Tino (ed.): Hollywood in the age of television. Boston: Unwin Hyman 1990.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: JH


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