Lexikon der Filmbegriffe

gimmick III: Ton-Gimmick

engl. manchmal: sound gimmick

Das Spiel mit Ton-Gimmicks (wörtlich: Tricks, Täuschungen) ist in Slapstickfilmen entwickelt und gepflegt worden. Man versteht darunter Geräusche ohne konkrete Quelle, die von den Filmemachern eingesetzt werden, um lächerlicher- oder putzigerweise bestimmte Vorgänge zu beschreiben, sie zu akzentuieren oder sie sie zu konterkarieren. Gimmick-Töne und -Musiken über- oder untertreiben, sie lassen Vorgänge größer (wenn etwa ein martialischer Marsch im Zeichentrickfilm eine Maus ankündigt) oder kleiner erscheinen (wenn im gleichen Kontext ein Elefant mit einer nervösen kleinen Flötenmelodie begleitet wird). Insbesondere Einwirkungen auf den Körper des Farceurs werden so auch akustisch ausgedrückt, stehen dabei aber in einem Verhältnis der Unangemessenheit zum Ereignis, ergänzen das Ereignis um eine real nicht mögliche Ton-Komponente. Fällt jemandem etwas auf den Kopf, ertönt ein Gong; der darauffolgende Schmerz kann mittels musikalischer Formeln beschrieben werden (dumpfer Schmerz – schneidender Schmerz – nachlassender Schmerz etc.). Übertreibung und Kontrast zum wahrscheinlichen Realgeräusch haben einen komischen Effekt. In den Bud-Spencer-Filmen etwa ist der Faustschlag des Protagonisten als dumpfer Schlag ausgeführt, als schlüge jemand mit großer Kraft in einen Sandsack und als sei dieses Geräusch über alle Maßen verstärkt worden. Fliegende Gegenstände werden dann manchmal mit zischenden Geräuschen untermalt. Manchmal kommt es auch zu einer komischen Verschiebung des Realgeräusches - wenn also jemand mit dem Kopf gegen einen großen Gong schlägt, wird das (ja durchaus reale) Geräusch des Gongschlags als Gimmick-Repräsentation des Schmerzes aufgefasst.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: CA


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