Lexikon der Filmbegriffe

Gloriole

auch: Glorie, Heiligenschein; von lat. gloria = Ruhm

Eine Gloriole ist ein Lichtsaum um den Kopf einer verehrten Person. Bereits in der altorientalischen und antiken Kunst diente sie der Hervorhebung von Göttern, Helden und Herrschern. Sie wurde früh von der christlichen Bildnerei adaptiert. Im Film trat sie als Element des Glamour-Stils bei der Darstellung von Stars wieder auf. Dabei wird ein Doppelstreiflicht von hinten auf die Person geworfen, die so scharf vom Hintergrund abgehoben wird, indem sie in einen eigenen Lichthof einzutreten scheint. Im Starsystem wird die Gloriole sowohl als Element der Glamour-Photographie eingesetzt und kennzeichnet viele der Porträt-Postkarten, die von Stars verbreitet wurden, wie aber auch im Kontext der Filme, in denen sie den Erst-Auftritt des Stars auszeichnet oder aber auch emotional und moralisch besonders wichtige Stellen im Verlauf der Geschichte kennzeichnet, wenn etwa die Heldin zur Märtyrerin wird.

Literatur: Kobal, John: Hollywoods Ruhm und Schönheit. The Famous John Kobal Collection – die hohe Kunst der Glamour-Fotografie. München: Bahia-Vlg. 1983.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: HJW


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