Lexikon der Filmbegriffe

familyscape

engl. -scape ist ein verallgemeinernde Rückbildung aus dem Ausdruck landscape mit der Bedeutung: ‚bildliche Repräsentation einer bestimmten Ansicht von einer räumlichen Umgebung‘ (wie in: cityscape, mediascape, soundscape usw.)

Der Ausdruck familyscape (‚Familienbild‘) ist aus der Kunstgeschichte übernommen, wo er ein (gemaltes) Portrait einer Familie in ihrer familiären Umgebung meint, wobei eine solche vorgeblich abgebildete familiäre Privatheit nur aufgrund allgemeinerer gesellschaftlicher Konstruktionen möglich und zulässig ist.
Übertragen auf den Bereich des Films bezieht sich die Rede von familyscape auf die filmische Orchestrierung von Sozialgeflechten, in deren Mittelpunkt die Familie steht, zumeist eine bestimmte, mit all ihren innerfamiliären sozialen Beziehungen (zwischen Kindern und Eltern, Geschwistern, Großeltern oder entfernteren Verwandten), Freundschaften, Liebesbeziehungen, Generationenkonflikten, emotionalem Leben und mitsamt ihren konkreten geschichtlichen Widerfahrnissen. Auf einer solchen filmischen Basis lassen sich soziologische Aussagen über einen Familientyp eines bestimmten Jahrzehnt (historisch weiter zurückliegend eher: eines bestimmten Jahrhunderts) in einem bestimmten Land treffen, etwa über die amerikanische Familie der 1950er Jahre oder die italienische der 1980er und auch für ein nicht fachwissenschaftlich interessiertes Publikum ansprechend visualisieren.

Literatur: Harwood, Sarah: Family fictions. Representations of the family in 1980s Hollywood cinema. Houndmills [...]: Macmillan 1997. – Laviosa, Flavia: Francesca Archibugi's Cinema: Minimalism or Micro-History? Italian Cinema: 1980s-2000s. In: Studies in European Cinema 4,2, 2007, S. 99-110. – Mills, Katie: The Road Story and the Rebel: Moving through Film, Fiction, and Television. Carbondale, Ill.: Southern Illinois University Press 2006, bes. S. 163-166.

Referenzen:

Saga


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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