Lexikon der Filmbegriffe

anamorphotisch

Der anamorphotische Effekt beruht auf einer systematischen Verzerrung eines Bildes, das durch besondere Abbildungsoptiken zustande kommt. Er ist seit Jahrhunderten bekannt. Der Fotograf und Optiker David Brewster ist oft als Ahnherr der neueren Theorie der Anamorphose angesehen worden – er ist Inhaber eines der ersten Patente und verwendete die Anamorphose seit 1862 in der Fotografie. Schon 1898 wendete Ernst Abbe eine Anamorphot genannte Optik für die Firma Zeiss auf die kinematographische Darstellung an. Einen Durchbruch stellte die Entwicklung der Hypergonar-Objektive durch den Franzosen Henri Chrétien zwischen 1927 und 1929 dar. Erste anamorphotisch fotografierte Filme entstanden in Frankreich (Construire un Feu, 1929, Claude Autant-Laura; La merveilleuse Vie de Jeanne d'Arc, 1929, Marco de Gastyne), die aber Ausnahmen blieben.


1953 kaufte 20th Century Fox die Rechte an Chrétiens Patenten. Zum ersten Mal wurden anamorphotische Verfahren beim CinemaScope verwendet, bei dem eine besondere Linse das Bild in der Breite fast halbiert und in der Höhe gleich lässt. Dieselbe Linse muss auch bei der Projektion wieder verwendet werden. Damit lässt sich auf normalem 35mm-Film ein Wide-Screen-Bild in der Projektion erzeugen (Format 2,35:1). Die besten und bis heute gebräuchlichen Linsen stammen von Panavision. 
 

Referenzen:

CinemaScope

Panavision

Seitenverhältnis

Super Panatar

Delrama


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: TB


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