Lexikon der Filmbegriffe

Filmbund

Der Filmbund wurde als „Vereinigung aller am Film Schaffenden Österreichs“ am 31.12.1922 in Wien gegründet. Sein Präsident war der Regisseur Heinz Hanus. Mitglieder waren mehrere berufsständische Verbände (Union des Bühnen- und Kinopersonals, Vereinigung der Filmregisseure Wiens, Verband der Filmdarsteller, Kinotechnischer Verband, Österreichischer Bühnenverein, Verband der Operateure). Eine der ersten Leistungen des Filmbundes war die Durchsetzung des 1926er Kontingents für ausländische Filme (mit Inkrafttreten am 19.5.1926) – angesichts des Rückgangs von 75 Langfilmen 1921 auf nur noch 5 im Jahre 1925 (in dem 1.200 Filme die österreichische Zensur passierten), einer Kette von Konkursen der Produzenten (mit einer Reduzierung von 10/1921 auf 3/1925) und 3.000 arbeitslosen Filmbeschäftigten eine dringende Schutzmaßnahme für die nationale Filmindustrie. Der Filmbund nahm diverse gewerkschaftliche Aufgaben wahr: Rechtshilfe bei Arbeitsstreitigkeiten, kostenlose ärztliche Behandlung, Unterstützung für notleidende arbeitslose oder berufsunfähige Kollegen, schließlich die Aushandlung von Standardverträgen für die einzelnen Berufsgruppen.
Der Filmbund wurde im „Ständestaat“ (des seit 1933 in Österreich etablierten Herrschaftssystems) aufgelöst und seine Mitglieder automatisch in die, seit März 1934 bestehende, austrofaschistische Einheitsgewerkschaft unter dem Namen „Gewerkschaft der Filmschaffenden Österreichs“ eingegliedert, deren Obmann, von der Reichsfilmkammer mit der Weiterführung der Agenden betraut, wiederum Heinz Hanus war. Nach dem Krieg dauerte es einige Zeit, bis sich der Filmbund neu formierte, aber von 1952-1959 ist belegt, dass Heinz Hanus wieder Präsident war. 1987 wurde dann mit dem Dachverband der Österreichischen Filmschaffenden erneut eine Interessensvertretung gegründet. 


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: HHM BM W


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