Lexikon der Filmbegriffe

Filmhaus

auch: Filmbüro

Nach der langen Diskussion über „operative Medienarbeit“, die Gegenöffentlichkeiten ermöglichen sollte, entstanden seit Ende der 1970er Jahre in der BRD „Filmhäuser“ resp. „Filmbüros“. Sie verstanden sich als Orte, die eine abseits des offiziellen Filmschaffens lokalisierte, politisch und ästhetisch unabhängige Filmpraxis ermöglichen sollten. Anfangs mit bescheidenen Budgets ausgestattet und meist auf der Basis ehrenamtlicher Arbeit, versuchten sie, eine regionale Film- und Kinopraxis aufzubauen. Mit der Bereitstellung von Geräten, mit Lehrgängen und Weiterbildungen sowie der Förderung ortsbezogener Projekte, aber auch mit ambitionierter Kinoarbeit entstanden so Zellen, die später in die Landesfilmförderungen (dann meist „Landesfilmbüros“ genannt) einmündeten und institutionalisiert wurden. Als erstes Filmhaus entstand das Hamburger Filmhaus 1979 im Hamburger Stadtteil Ottensen, 1980 folgte das Filmbüro NRW in Mühlheim an der Ruhr, 1981 das Kölner Filmhaus und die Filmwerkstatt Münster, 1982 das Filmhaus Bielefeld. Das Filmbüro NRW in Mülheim, das stellvertretend für andere genannt sein soll, betreut heute ein Netzwerk von 200 Filmschaffenden, es berät und stellt Kontakte her. Es vertritt seine Mitglieder film- und medienpolitisch im Land und im Bund. Für diese Aufgaben verfügt es über je einen Sitz in der Landesmedienanstalt und im Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks. Auf Bundesebene gehört das Filmbüro der Bundesvereinigung des Deutschen Films (BuFi) an. 


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: HJW


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