Lexikon der Filmbegriffe

Filmkanal

Den gewundenen Weg, den der Film innerhalb des Projektors zurücklegt, nennt man Filmkanal. Die Rollen und Zahnräder, die den Film transportieren oder umlenken, haben die Funktion, ihn exakt in der Laufrichtung zu halten und seitliches Flattern zu verhindern. Die erste Zahnrolle zieht den Film von der Abwickelspule. Zwischen der sich kontinuierlich drehenden ersten Zahnrolle und dem unregelmäßig den Film Bild für Bild befördernden Greifer, der im Bereich des Bildfeldes den Film transportiert, befindet sich eine Schlaufe, die wie ein Puffer zwischen den beiden Stellen, an denen der Filmstreifen eine feste Führung hat, dafür sogt, dass er keiner Spannung ausgesetzt wird – er könnte möglichweise vor dem Bildfenster zittern (weil er mechanisch belastet wird) oder sogar reißen. Ist der Film am Bildfenster vorbeigeführt, wird die ruckweise Bewegung, mit der der Greifer den Streifen befördert, nach einer erneuten Schlaufe mit zwei motorisierten Andruckrollen (meist Capstan genannt), zwischen die der Film eingespannt wird, in eine gleichmäßige Laufbewegung umgesetzt, so dass er wieder gleichmäßig laufend (einem Tonband vergleichbar) am Tonkopf vorüberläuft. Würde es zu Gleichlaufschwankungen kommen, würden sie sich v.a. als Jaulen des Tons bemerkbar machen. Weitere Zahnrollen führen den Filmstreifen aus dem Projektor hinaus. Die einzelnen Zahn- und Andruckrollen sowie der Greifer sind mechanisch miteinander synchronisiert, wobei Greifer und Bildmaske auf einem Schlitten befestigt sind, der vertikal bewegt werden kann, um das Bild auf den jeweiligen Bildstrich justieren zu können. Außerdem ist der Kufendruck des Schlittens einstellbar, um mechanische Unterschiede zwischen Filmstreifen (Dicke des Materials, Beschädigungen wie Wellen, Knicke oder Klebestellen) ausgleichen zu können.

Referenzen:

Vorwickler / Nachwickler


Artikel zuletzt geändert am 29.05.2012


Verfasser: JH


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