Lexikon der Filmbegriffe

Stereotyp: Figuren

In der Sozialpsychologie eine kognitive Einheit, die eine subjektiv erwartete Korrelation zwischen Eigenschaften und Gruppenmitgliedschaft einer Person enthält. In der Anwendung auf Figuren ist der Terminus in der Regel pejorativ gemeint, kann aber Verschiedenes bedeuten: (1) Figuren, deren Schematismus für die Kommunikationsteilnehmer auffällig geworden sind, d.h. die häufig dargestellten narrativen Typen so weit entsprechen, dass sie als verbraucht erscheinen. (2) Figuren, die sozialen Stereotypen entsprechen, also vereinfachenden Schemata von Eigenschaftskonstellationen der Mitglieder bestimmter sozialer Gruppen. (3) Soziale Schemata, die die Wirklichkeit verzerren und dabei eine Rolle in Praktiken sozialer Herrschaft spielen (nach Noël Carroll). (4) Schemata für gesellschaftlich Ausgegrenzte. Stereotype sind immer Stereotype für jemanden, d.h. sie sind es nur in einem bestimmten soziokulturellen Kontext. Sie bieten zwei Angriffsflächen für Kritik: den Mangel künstlerische Innovation und die Unterstützung diskriminierender Denkmuster. 
 

Referenzen:

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Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JE


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