Lexikon der Filmbegriffe

Cinécosmorama / Cinéorama

Ein erstes Multiprojektions-Verfahrenwar „Cinécosmorama“, das schon 1897 durch Raoul Grimoin-Sanson (1860-1941) patentiert wurde. Das Patent beruht auf einem früheren Dispositiv gleicher Natur, das Auguste Baron 1896 als „Cinématorama“ sich juristisch sichern ließ.
Zuerst vorgestellt wurde es (als Cinéorama) auf der Weltausstellung von 1900 in Paris. Das System verwendete 10 synchronisierte Projektoren; die 10 Bilder wurden auf eine gewaltige, 100 Meter im Umfang messende 360-Grad-Panorama-Leinwand geworfen. Der Zuschauer saß in einer Zuschauerkabine; ihm wurden Bilder einer gemalten Szenerie gezeigt, die den Eindruck einer Ballonfahrt erwecken sollten. Das Projekt hatte zwar großes Publikumsinteresse erregt, erlebte nach Aussagen von Groimoin-Sanson drei Vorstellungen, die aber bis heute nicht belegt sind. Es ist anzunehmen, dass die Hitze der zehn Projektoren eine Vorstellung aus Sicherheitsgründen unmöglich machte.

Quelle: Meusy, Jean-Jacques: L‘enigme du cinéorama de l”Exposition Universelle de 1900. In: Archives, 37, Januar 1991.

Referenzen:

Cinéorama


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: HJW SL


Zurück