Lexikon der Filmbegriffe

Cameraphone

E.E. Norton – ursprünglich Ingenieur bei der American Graphophone Company, die später in der Columbia Phonograph Company / Columbia Records aufging, die wiederum heute der Sony Corporation gehört – erfand wahrscheinlich 1907 das Cameraphone. Zusammen mit James A. Whitman und dem Rechtsanwalt Francis Fitch gründete er die Cameraphone Company, die im Sommer 1908 den Geräteverleih an Kinobetreiber aufnahm. Cameraphone basierte auf der nachträglichen Synchronisation von Filmen, die zunächst stumm gespielt wurden und dann vor der Leinwand auf Walzen oder Platten (die Quellen sind widersprüchlich) vertont wurden. Erst Carl Herbert, der neue Chef der Firma, drehte das Verfahren um – erst wurde der Ton aufgenommen, danach agierten die Schauspieler zum Klang der Aufnahmen. Für die Verstärkung in den Kinos griff man auf das von 1905 bis 1908 von Columbia vertriebene Twentieth Century Graphophone zurück, einen mechanischen Verstärker, den der Ingenieur Daniel Higham 1904 vorgestellt hatte (und der als Higham-A-Phone reproducer bekannt war). Edison versuchte, die Arbeit der Cameraphone zu unterdrücken – die Firma wich aber nach Arizona aus. Tatsächlich ausschlaggebend für die Einstellung der Dreharbeiten war aber die mangelhafte Qualität der Schauspieler, die meist als Artisten von den Vaudeville-Bühnen kamen und an Sprechrollen nicht gewöhnt waren.


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: JH


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