Lexikon der Filmbegriffe

Stuntman / Stuntwoman

von engl. stunt = Kraft-, Kunststück, Heldentat, Sensation; dt. früher als: Sensationsdarsteller oder Kaskadeur (von frz.: cascadeur = Lebemann, Abenteurer)

Eine Person, die als Double des Hauptdarstellers gefährliche Aktionen im Film durchführt, wird Stuntman (oder Stuntwoman) genannt. Sprünge und Stürze aus großer Höhe, Auto- und Motorradunfälle, gewagte Aktionen auf und mit Pferden, dazu Environments wie Explosionen, zusammenstürzende Gebäude oder Feuersbrünste – für derartige Szenen werden Stuntleute eingestellt. In der Regel sind sie selbst dafür zuständig, dass sie sich nicht verletzen, weil die meisten Versicherungen ihr Risiko nicht absichern mögen. Darum gehört die genaue Planung und Absicherung des stunt zur Durchführung der Aktion wesentlich dazu. Meist wird mit einem zweiten Team gedreht, um Zeit und Geld zu sparen. Durch die 1961 gegründete Stuntmen‘s Association of Motion Pictures und andere Verbände werden die Gagen von Stuntmen abhängig vopm Gefährlichkeitsgrad des stunts auf fallweise festgelegte Grundhonorare bezogen.
Frühe Slapstick-Komiker wie Harold Lloyd oder Buster Keaton drehten auch waghalsige Verfolgungsjagden und dergleichen mehr selbst, setzten dabei oft die Gesundheit aufs Spiel. Seitdem aber das Starsystem sich durchgesetzt hatte, wurden aus finanz- und versicherungstechnischen Gründen immer mehr Stuntleute eingesetzt, wobei die Aufwendigkeit der Stunts zu den Produktionswerten des Films rechnete, die oft auch ausgestellt wurden. Es gab aber immer wieder Darsteller, die gefährliche Szenen selbst realisierten – Jean-Paul Belmondo war bekannt dafür, dass er auf Double meist verzichtete. Und der Hongkong-Action-Slapstick-Star Jackie Chan authentifiziert seine Stunts dadurch, dass er misslungene Durchläufe in den out-takes dokumentiert. 
 

Referenzen:

daredevil

Kaskadeur

Sensationsdarsteller

Stunt


Artikel zuletzt geändert am 21.01.2012


Verfasser: JH


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