Lexikon der Filmbegriffe

Weichzeichner

engl.: soft focus; gelegentlich flou, manchmal sfumato

Unter Weichzeichnung versteht man eine Bearbeitung des Bildes, bei dem der Kontrastreichtum und die Schärfe der Konturen zurückgenommen werden, so dass das Bild „weicher“ erscheint. Als Weichzeichner werden eigene Optiken verwendet (z.B. Imagon, Dreamagon oder DC-Nikkor), bei denen das eigentlich scharfe Kernbild von einem unscharfen überlagert wird. Daneben gibt es eine Reihe von Filtern (Fettfilter, Diffusionsfilter, Pastellfilter und Effektfilter wie Center Spots, Sand Spots oder Ringfilter). Außerdem haben sich Nylonstrümpfe, die vor die Kameraoptik gespannt werden, als Weichzeichner bewährt.
Weichgezeichnete Bilder werden oft zur Auszeichnung von Flashbacks, Träumen oder subjektiven Erinnerungsbildern verwendet. Wenn eine sinnliche, romantische oder unschuldig wirkende Atmosphäre angestrebt ist (wie in  manchen erotischen Filmen wie Hamiltons Bilitis, 1976). Im klassischen Hollywoodstil war der soft focus seit den späten 1910er Jahren vor allem in der Fotografie weiblicher Stars konventionalisiert - er trägt zum Glamour-Erscheinungsbild wesentlich bei. Noch die Aufnahmen Claudia Cardinales in C‘era u.a.Volta il West (1968) sind konsequent in Weichzeichnung ausgeführt. Viel seltener wird Weichzeichnung zur Korrektur von unruhiger Haut und Altersfältchen eingesetzt.

Referenzen:

Nebelfilter

Sartov Shot

Schleier

sfumato

Soften


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: HJW


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