Lexikon der Filmbegriffe

Dystopie

als „negative Utopie“ auch: Anti-Utopie, devolutionistische Utopie. Gegenutopie, Schreckutopie

Der moderne Gegenbegriff zu Utopie (gebildet aus der griech. Vorsilbe dys- „von der Norm abweichend, miss-, übel-, un-“ + griech. tópos „Ort, Stelle, Raum“) meint eine auf beunruhigende Weise unangenehme und abschreckende fiktive Welt. Während Utopien wie auch immer gelagerte Idealvorstellungen menschlichen Zusammenlebens, positive Zukunftsvisionen formulieren, verfahren Dystopien als Anti-Utopien sozusagen umgekehrt: Ihr Grundton ist pessimistisch, sie entwerfen und beklagen den sich abzeichnenden oder gar fortschreitenden Niedergang menschlicher Zivilisation und Moralvorstellungen. Dies kann im Gewand verschiedener Genres geschehen: Die bekanntesten modernen literarischen Dystopien sind wohl H.G. Wells’ „The Time Machine“ (1895) und George Orwells „Nineteen Eighty-Four“ (1949) – beide Romane wurden mehrmals für Film und Fernsehen dramatisiert (vgl. etwa The Time Machine, Großbritannien 1969, George Pal; Remake 2002, Simon Wells; Nineteen Eighty-Four, Großbritannien 1984, Michael Radford). 

Literatur: Booker, M. Keith: Dystopian literature: a theory and research guide. Westport, Conn. [...]: Greenwood Press 1994. – Meyer, Stephan: Die anti-utopische Tradition: eine ideen- und problemgeschichtliche Darstellung. Frankfurt [...]: Lang 2001. – Baccolini, Raffaella (ed.): Dark horizons. Science fiction and the dystopian imagination. New York [...]: Routledge 2003. – Nöske, Thomas: Clockwork Orwell. Über die kulturelle Wirklichkeit negativ-utopischer Science-fiction. Münster: Unrast 1997.
 

Referenzen:

Apokalypsenfilme

Dystopie: Filmgeschichte

Dystopie: Themen

Endzeitfilm

Inseltopos

Locus amoenus

Utopie

Zeitreise I: Vorgeschichte

Zeitreise II: Dramaturgie


Artikel zuletzt geändert am 17.01.2012


Verfasser: LK


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