Lexikon der Filmbegriffe

Dramenverfilmung

Die Ausgangslage ist fast komplementär zur Literaturverfilmung: Während Dialoglastigkeit, Szenenhaftigkeit und auf zwei Stunden zugespitzte Dramatik den Erfordernissen des Films entgegenkommen, läuft die Einheit von Ort, Zeit und Handlung der filmischen Freizügigkeit eher zuwider und lässt Theateradaptionen künstlich begrenzt erscheinen. Auch der „theatralische“ Schauspielstil wirkt eher antifilmisch. Dramenverfilmungen verfolgen sehr verschiedene Methoden, von der mehr oder weniger starren Bühnen- oder Theateraufzeichnung bis zur filmischen Neukonzeption, die frei mit der Vorlage umgeht. 

Beispiele: Shiwoi Trup (Deutschland/UdSSR 1929; Fedor Ozep); Gaslight (Großbritannien 1939, Thorold Dickinson); A Taste of Honey (Großbritannien 1961, Tony Richardson); Geschichtsunterricht (BRD 1972, Jean-Marie Straub, Danièle Huillet); Death and the Maiden (Großbritannien/USA/Frankreich 1994, Roman Polanski).

Literatur: Manvell, Roger: Theater and film. A comparative study of the two forms of dramatic art, and of the problems of adaption of stage plays into films. Rutherford [...]: Fairleigh Dickinson University Press 1979. – Plana, Muriel: Roman, théâtre, cinéma. Adaptations, hybridations et dialogue des arts. Rosny-sous-Bois: Bréal 2004. – Brewster, Ben / Jacobs, Lea: Theatre to cinema. Stage pictorialism and the early feature film. New York: Oxford University Press 1997.
 

Referenzen:

analytisches Drama

Monodrama

Stationendrama


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: UK


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