Lexikon der Filmbegriffe

disposition theory

auch: affective disposition theory

Der Genuss medienvermittelter Spannung ist individuell zwar verschieden, interagiert aber erkennbar mit den Beziehungen des Zuschauers zu den dargestellten Figuren. Nach einem Modell von Dolf Zillman interagiert die Stärke der affective disposition (Zuneigung vs. Abneigung zur Hauptfigur, positiver vs. negativer Affekt), die Intensität oder Ernsthaftigekeit der Bedrohung des Protagonisten und die damit zusammenhängende Stärke des möglichen Schadens sowie die Sicherheit, mit der sich der Verlauf gegen den Protagonisten entwickeln wird, mit der subjektiv erlebten Intensität des Spannungserlebens. Die positive Spannung entfaltet sich im „Fürchten um den Protagonisten“ und im „Hoffen auf ein gutes Ende“. Je unwahrscheinlicher dieses ist, um so größer das Spannungserleben. Die affektive Disposition beruht im Kern auf moralischen Urteilen über das Verhalten der Protagonisten und Antagonisten, fußt also auf einer evaluativen Auseinandersetzung mit dem Text. Die These ist vor allem an Sportberichterstattungen recht nachgewiesen worden. 

Literatur: Zillmann, Dolf: Entertainment as media effect. In: Media effects: Advances in theory and research. Ed. by Jennings Bryant / Dolf Zillmann. Hillsdale, NJ: Erlbaum 1994, pp. 437-461. – Zillmann, Dolf: The Psychology of Suspense in Dramatic Exposition. In: Vorderer, Peter / Wulff, Hans J. / Friedrichsen, Mike: Suspense: Conceptualizations, Theoretical Analyses, and Empirical Explanations. Hillsdale, NJ: Lawrence Erlbaum 1996, pp. 199-232 (Communication Series.).


Artikel zuletzt geändert am 03.08.2011


Verfasser: HHM


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