Lexikon der Filmbegriffe

Dirigentenfilm

auch: Meisterdirigentenfilme

Der deutsche Filmproduzent Oskar Messter erfand um 1913 den Dirigentenfilm (Patent DRP 293.573): Diese Filme wurden vor Publikum so projiziert, dass die Zuschauer (wie im Konzert) den Dirigenten von hinten sahen, während das Orchester ihn gleichzeitig von vorn sah. Eine filmische Figur wurde so auf einem einzigen Filmstreifen „zwischen“ Orchester und Publikum platziert. Nur sehr wenige Fragmente von Dirigentenfilmen haben die Zeit überdauert, darum gelten sie als Rarität der Filmgeschichte. Die Überlegung Messters war wohl, einerseits mit derartigen Filmen für kleinere Orchester den Dirigenten überhaupt zu ersetzen, andererseits die Ausbildung von Nachwuchsdirigenten und -musikern mit filmischer Unterstützung zu fördern. Es gab zwar erfolgreiche Probeaufführungen derartiger Filme (u.a. im Konzertsaal der Berliner Hochschule für Musik und im Leipziger Gewandhaus), doch blieben die Filme insgesamt erfolglos, so dass Messter die Produktion bald wieder einstellte. 


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: AS


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