Lexikon der Filmbegriffe

Berufsverbot

Berufsverbote im Film haben immer mit der staatlichen Kontrolle der Filmindustrie zu tun. Neben politischen Gründen waren es vor allem rassistische Motive, die die Aufsichtsbehörden dazu veranlassten, Filmkünstler aller Art die Ausübung ihrer Berufe zu untersagen (was in einer großen Anzahl von Fällen dazu führte, dass die Opfer derartiger Verbote emigrierten). Ein bis heute bekanntes und extremes Beispiel ist der Ausschluss missliebiger (vor allem jüdischer) Filmkünstler aus der Reichsfachschaft Film der Reichsfilmkammer während der Nazi-Zeit, dem nach 1945 ein von den alliierten Siegermächten gegen politisch belastete Filmkünstler verhängtes (allerdings nur halbherzig und kurzfristig realisiertes) Arbeitsverbot für aktive Filmpropagandisten des Naziregimes folgte. Ein zweites berühmt-berüchtigtes Beispiel ist das in der McCarthy-Ära der amerikanischen Filmzensur praktizierte blacklisting vor allem von Drehbuchautoren, die kommunistischer Gesinnung bezichtigt worden waren. Die meisten anderen Beispiele verweisen auf autokratische politische Systeme (wie die Tschechoslowakei nach dem Prager Frühling oder Chile nach dem Sturz Salvador Allendes), die unliebsame Kulturarbeiter aus den nationalen Öffentlichkeiten zu entfernen suchten.

Referenzen:

Blacklisting


Artikel zuletzt geändert am 22.08.2011


Verfasser: HJW


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