Lexikon der Filmbegriffe

Bestsellerverfilmung

Bestseller sind Bücher, die überaus erfolgreich sind. Ihre öffentliche Bekanntheit und Beliebtheit mündet heute oft in Verwertungsketten ein, zu denen auch die Realisierung von Verfilmungen gehört. Die Bestsellerforschung hat die Erfolgs- resp. Beliebtheitskriterien von Bestsellern auf die Themen der Geschichten, auf ihr Genre, die Handlungsorte- und -strukturen, die Figuren und auf ihre (tiefen-)ideologische Ausrichtung zurückgeführt. Bestseller knüpfen nicht nur an tagtraumatische Wunschenergien, sondern behandeln auch Themen und sozialpsychologische Einstellungen ihrer Zeit. Sie können realistisch motiviert oder phantastischer Natur sein, das spielt für die Frage, ob sie massenhafte Akzeptanz erfahren, eine nur nachgeordnete Rolle. Gerade darum sind Bestseller-Adaptionen ein Seismograph massenhaft verbreiteter Vorlieben, Einstellungen, Phantasien.
Der intermediale Verbund zwischen Buch und Film begleitete die Filmproduktion von Beginn an. Dass die Verfilmung zu einem Teil des Produktmarketings wurde, ist allerdings jüngeren Datums, geht bis in die 1950er zurück, wurde seit den 1970ern immer weiter perfektioniert und in ein ganzes Gefüge („Medienverbund“) weiterer Nutzungen eingebaut (Merchandising-Artikel, Spiele, Soundtracks, Rollenspiele und anderes mehr). Es entstehen Produktverbände, die in zahlreichen Medien angeboten werden können (man spricht dann oft von Transmedialität), die aber auch in Fan-Folgeaktivitäten einmünden (die allerdings nicht mehr oder nur unzureichend vom Anbieter kontrolliert werden können), Heute werden gelegentlich die Verfilmungsrechte bereits verkauft, bevor das Buch selbst abgeschlossen ist.

Literatur: Faulstich, Werner / Strobel, Ricarda: Innovation und Schema. Medienästhetetische Untersuchungen zu den Bestsellern "James Bond", "Airport", "Und Jimmy ging zum Regenbogen", "Love Story" und "Der Pate". Wiesbaden : Harrassowitz 1987. – Lauterbach, Burkhart R.: Bestseller. Produktions- und Verkaufsstrategien. Tübingen: Tübinger Vereinigung für Volkskunde 1979. – Sutherland, John: Bestsellers. A very short introduction. Oxford [...]: Oxford University Press 2007.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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