Lexikon der Filmbegriffe

LFE-Kanal

= Low Frequency Enhancement (bei DTS), Low Frequency Effect (bei Dolby); oft auch nur: LFE

Der LFE-Kanal dient bei verschiedenen Mehrkanal-Tonsystemen (z. B. 5.1) dazu, niederfrequente Töne, die vom menschlichen Ohr nicht lokalisiert werden können, zu übertragen. Aufgrund seiner begrenzten Bandbreite wird der LFE-Kanal bei der Bezeichnung der Mehrkanal-Tonsysteme nicht als voller Kanal dazugezählt, sondern durch ein angehängtes „*.1“ gekennzeichnet (z. B. 5.1). Um den Datenstrom klein zu halten, besitzt dieser Kanal meistens nur eine begrenzte Bandbreite von 20–100 Hz. Ursprünglich wurde der LFE-Kanal eingeführt, um im Kino einen einzigen großen Subwoofer hinter der Leinwand mit eigenen Signalen zu versorgen. Damit wurde es möglich, sehr tiefe Töne wiederzugeben, ohne alle Lautsprecher und Verstärker so groß dimensionieren zu müssen. Außerdem wurde es möglich, den Tiefbass separat zu regeln, ohne dabei andere Frequenzen im Tief-, Mittel- oder Hochtonbereich zu beeinflussen. Der LFE-Kanal wurde von Ingenieuren der Dolby-Laboratorien im Umkreis der Tonausstattung von Star Wars (1977)konzeptioniert; der erste Film, der die beiden ursprünglich für 70mm-Vorführungen angelegten Front-Lautsprecher mit eigenen Bass-Lautsprechern nutzte, war Close Encounters of the Third Kind (1977). Der LFE-Kanal wurde 1987 mit der Einführung digitaler Mehrkanalsysteme zum festen Bestandteil der Lautsprecherkette.
Als Besonderheit ist der LFE-Kanal des ausschließlich im Kino verbreiteten Formats Sony Dynamic Digital Sound (SDDS) anzusehen, da hier auch auf dem LFE-Kanal die volle Bandbreite übertragen wird.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: W JH


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