Lexikon der Filmbegriffe

Lehrer im Film

Ähnlich wie die Schule ein Handlungsort ist, die im Film vielfach genutzt worden ist, ist auch die Figur des Lehrers in zahlreichen Filmen ausgeführt worden. Es mag die Begegnung zwischen Älteren und Jüngeren sein, die so reizt, den Beruf zu dramatisieren; es mag das Potential erotischer Begegnungen mit Abhängigen sein, die affektive Differenz von Neugier (der Zöglinge) und Routine (der Lehrer), es mögen aber auch die Spannungen sein, die aus der permanenten Repräsentation sozialer Werte entstehen können. Jennifer Jones spielte eine Lehrerin in Good Morning, Miss Dove (1955), die erst spät in den Beruf hineinfand, dann aber zur erfolgreichen und verantwortungsvollen Pädagogin heranwuchs. Judy Garland stellt in A Child Is Waiting (1962) eine junge Pädagogin dar, die erst lernen muss, dass eine zu große empathische Nähe zu den behinderten Zöglingen den pädagogischen Prozess eher behindert als fördert. Anne Bancroft spielt in The Miracle Worker (1961) die Erzieherin Annie Sullivan, die erst erhebliche Widerstände ihres Zöglings, der taubblinden Helen Keller brechen musste, bevor das Mädchen unter Anleitung zu lernen begann. Emil Jannings spielt in Der blaue Engel (1930) die Rolle des pedantischen Gymnasiallehrers Professor Unrat, der sich in eine Tingeltangeltänzerin verliebt und, die Selbstachtung verlierend, am Ende zerbricht. Natürlich finden sich auch solidarische Lehrer wie der Schulleiter in Taverniers Ça commence aujourd‘hui (1999), der unermüdlich für seine Schüler kämpft. Manchmal kehrt sich das Sorgeverhältnis um, man findet Lehrer, denen von den Kindern geholfen wird; ein Beispiel ist Das fliegende Klassenzimmer (1954) nach Erich Kästner, in dem die Kinder eine alte Freundschaft des Lehrers erneuern.

Referenzen:

Paukerfilm

Pennälerfilm

Schulfilm

Schule im Film


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: JH


Zurück