Lexikon der Filmbegriffe

Prosumer

Kofferwort aus engl.: producer + consumer (manchmal und eigentlich fälschlicherweise auch: professional + consumer); dt. neben Prosumer gelegentlich: Prosument, Produtzer

Der Begriff des Prosumers wurde 1980 von Alvin Toffler geprägt, der damit einen Konsumententypus beschrieb, der zugleich (professioneller) Nutzer von Produkten oder Technologien ist. Seiner These folgend löst sich die Einteilung des Warenkreislaufs in die getrennten Sphären von Produktion, Distribution und Konsum unter spätkapitalistischen Bedingungen sukzessive auf. Das Modell ist mehrfach weiterentwickelt worden: (1) als Bezeichnung für solche Nutzer, die Informationen zur Verfügung stellen, dass das Produkt auf ihre persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnitten werden kann (so dass sie gewissermaßen zu Mitproduzenten werden); (2) als Bezeichnung für Nutzer, die Produkte semiprofessionell nutzen (wie z.B. semi-professionelle Filmamateure); (3) als Bezeichnung der Beteiligten an nutzergesteuerten, kollaborativen Prozessen der Herstellung von Inhalten oder Programmen (vor allem bezogen auf die social media wie das Web 2.0, dort Projekte wie das Wikipedia-Lexikon oder die Entwicklung von Open-Source-Betriebs- und -Anwendungsprogrammen, gelegentlich aber auch für die Produktionsformen von Bürgermedien); (4) es wurde als Kapitalismus-kritischer Begriff gewendet, der die zunehmende Verlagerung von Dienstleistungen an die eigentlichen Nutzer zusammenfasst (wie Bankgeschäfte, Buchungsvorgänge oder Beschaffung von Medien).

Literatur: Toffler, Alvin: Die dritte Welle, Zukunftschance. Perspektiven für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. München: Goldmann 1983. Engl. Orig.: The Third Wave, 1980. – Blättel-Mink, Birgit / Hellmann, Kai-Uwe (Hrsg.): Prosumer revisited. Zur Aktualität einer Debatte. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwissenschaften 2010.


Artikel zuletzt geändert am 22.08.2011


Verfasser: HHM


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