Lexikon der Filmbegriffe

Massenszene

engl.: crowd shot, crowd scene, manchmal auch: mob scene

Massenszenen zeigen große Menschenmengen. Sie gehören zur Inszenierung mancher Formen der Öffentlichkeit (in Sportstadien und auf großen Plätzen, bei manchen Kriegsszenen, zur Darstellung besonders großen Andrangs etc.). Massenszenen sind ausgesprochen teuer, so dass manchmal auf Archivaufnahmen zurückgegriffen wird. Oft werden derartige Aufnahmen in Ländern, in denen die Tagessätze für Statisten sehr niedrig sind, abgedreht. Neuerdings stehen Techniken der elektronischen Bildbearbeitung zur Verfügung, um große Publika aus Aufnahmen nur weniger Statisten zusammenzufügen (crowd replication). Massenszenen genießen oft hohe Schauwerte und werden häufig zu den production values gerechnet, die ein Film ausstellt. Darum gehören zu sehr teuren Produktionen (meist historische Filme, Kriegsfilme, Revolutionsfilme und dergleichen mehr) aufwendig inszenierte Massenszenen. Sie entfalten allerdings nur auf der Leinwand ihre volle Wirkung – oft aus großer Entfernung fotografiert, den Massen-Szenarien der bildenden Kunst nachempfunden, oft bis Details hinein durchkomponiert. Typologisch lassen sich statuarisch wirkende „Blockmassen“ (bei Nazi- und KP-Aufmärschen, Krönungen etc.) und dynamische „Fließmassen“ (in Katastrophenfilmen, bei Infernos, Paniken und Fluchten) unterscheiden, die unterschiedliche inszenatorische und kameratechnische Lösungen fordern: Dynamische Massen können eher als Teilgruppen realisiert und leichter in individuelle Erzählstränge aufgelöst werden, brauchen daher weniger „Massivität“ als die erste Form.

Referenzen:

crowd replication

mob scene


Artikel zuletzt geändert am 08.02.2012


Verfasser: JH LK


Zurück