Lexikon der Filmbegriffe

beach party movies

auch: beach movies; dt. manchmal: Beachfilme

Als Beach Party Movies bezeichnet man ein kleines Genre von Filmen, das sich um die Produktionen der American International Pictures (AIP) versammelt. Die kurze Erfolgsgeschichte des Genres beginnt nach Vorläufern wie Gidget (1959) mit Beach Party (1963), einer AIP-Produktion, die einen ebenso unerwarteten wie großen Kassenerfolg hatte. Der Film reicherte eine coming of age story um diverse Musiknummern an, die oft auch als performances seinerzeit populärer Bands im Film selbst szenisch ausgeführt wurden, und stellte die Darstellerinnen in zahlreichen Bikini-Szenen aus; exponierte männliche Körper traten erst in Surfer-Szenen etwas später hinzu. Auseinandersetzungen mit den Eltern, vor allem das Erlernen eines selbstbestimmten Umgangs mit der eigenen Sexualität spielt in allen Filmen eine zentrale dramatische Rolle. Es handelte sich ausschließlich um minimal budgetierte Filme, die on location vor allem an den Stränden Kaliforniens aufgenommen wurden; später kamen auch Aufnahmen auf Hawaii und an anderen berühmten Surfer-Stränden zustande. Das Bauprinzip der Filme ist denkbar stereotyp: Die jugendlichen Protagonisten verbringen in den Filmgeschichten meist ihre Ferien am Strand. Ihre Vergnügungen sind neben dem Schwimmen und Surfen das Hören von Musik und vor allem das Zusammenkommen bei Strandparties (die dem ganzen Genre ihren Namen gegeben haben). In fast allen Fällen steht ein Liebespaar am Anfang, eine Beziehung, die durch Eifersucht gefährdet, am Ende aber immer rekonstituiert wird. Immer sind es Gruppen von Jugendlichen, die sich Freizeitvergnügungen hingeben.
Als Kern des Genres werden die AIP-Produktionen (Beach Party, 1963; Muscle Beach Party, 1964; Bikini Beach, 1964; Pajama Party, 1964; Beach Blanket Bingo, 1965; How to Stuff a Wild Bikini, 1965; The Ghost in the Invisible Bikini, 1966) angesehen, um die sich aber schnell Produktionen anderer Firmen gruppierten, zu denen aber auch weitere AIP-Filme (Ski Party, 1965, als Variante der „Ski-Party-Filme“, Sergeant Dead Head, 1965, und Dr. Goldfoot and the Bikini Machine, 1965, als groteske Science-Fiction-Varianten, Fireball 500, 1966, der eine Autonarren- und Rennfahrergeschichte erzählt) gesellten. Das Genre erreichte 1965 seinen Höhepunkt; selbst Elvis Presley steuerte mit Girl Happy (1965) einen für das Genre allerdings unerheblichen Film bei.

Literatur: Betrock, Alan: The I was a teenage juvenile delinquent rock 'n' roll horror beach party movie book. A complete guide to the teen exploitation film, 1954-1969. London: Plexus 1986. – Chidester, Brian / Priore, Domenic: Pop surf culture. Music, design, film, and fashion from the Bohemian surf boom. Santa Monica, Cal.: Santa Monica Press 2008. – Lisanti, Thomas: Hollywood Surf and Beach Movies. The First Wave, 1959-1969. Foreword by Aron Kincaid. Jefferson, N.C.: McFarland  2005. – Morris, Gary: Beyond the Beach. Social and formal aspects of AIP‘s „beach party“ movies. In: Journal of Popular Film and Television 21,1, Spring 1993, S. 2-11.

Filmo-Bibliographie: Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere 115, 2011: Beach-Party-Filme. URL: http://www1.uni-hamburg.de/Medien/berichte/arbeiten/0115_11.pdf

Referenzen:

Surfen im Film


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: KB JH


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