Lexikon der Filmbegriffe

body comedy

manchmal auch in größter Nähe zum: physical theatre; dt. etwa: Körperkomödie

Gelegentliche Bezeichnung für solche Formen der Komödie oder einzelner Szenen, in denen der körperliche Ausdrucksmodus der Schauspieler zum Zentrum der Inszenierung und zum wichtigsten Lachanlass wird. Die Formen der body comedy sind nicht so gewalttätig wie diejenigen des Slapstick, beziehen vor allem auch die Objektumgebungen nicht in deren Maße ein. Gleichwohl verschiebt sich der Körper in einer von Mikhail Bakhtin abgelauschten Beschreibung zu einem Ausdrucksmittel der Groteske. Beispiele finden sich in der filmischen Hochliteratur (etwa in Kubricks A Clockwork Orange, USA 1971, oder den Filmen Jacques Tatis) ebenso wie in zahlreichen Musikeinlagen (wie etwa in einer Tangonummer in Ich zähle täglich meine Sorgen, BRD 1960, in der Peter Alexander, Ingeborg Schöner und Gunther Philipp die Dreieckskonstellation, um die sich die Geschichte dreht, in nackten Bewegungsausdruck umsetzen), aber auch als Episoden in Fernseh-Comedy-Shows (man denke an John Cleeses Ministry of Silly Walks aus Monty Python‘s Flying Circus, Episode 14, Großbritannien 1970).

Literatur: Austin, Guy: Body comedy and French cinema: notes on Les Visiteurs. In: Studies in French Cinema 6,1, Febr. 2006, S. 43-52. – Naremore, James: Stanley Kubrick and the Aesthetics of the Grotesque. In: Film Quarterly 60,1, Fall 2006, S. 4-14.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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